Mal angenommen …

…Sie erwerben LV-Verträge von Kunden, denen Sie eine Verdoppelung Ihres Kapitals innerhalb von 7 Jahren zusagen.

Dies bedeutet eine jährlich zu erwirtschaftende Rendite von ca 13% zuzüglich Verwaltungs- und Vertriebskosten. Nehmen wir mal „pauschal“ an: 2%. Somit ergibt sich eine jährlich zu erwirtschaftende Rendite in Höhe von 15%.

Nun erzählt Ihnen jemand, er erwirtschaftet das mit Immobilien. Hört sich nach Sicherheit an und gefällt Ihnen. Nun schauen wir uns mal so ein Modell an.

Sie erwerben eine Immobilie zu 50% des eigentlichen Marktwertes. Nehmen wir auch mal an, die ist gut vermietet und bedarf keiner Investitionen für Instandhaltung usw. Sie sehen, wir machen das optimale Modell für den Initiator (smile). Sie machen ein „Schnäppchen“.

Jetzt nehmen wir an, Sie haben die Wohnung für 60.000 Euro gekauft, zuzüglich Nebenkosten des Erwerbs von 5%, also somit 63.000 Euro. Weiterhin nehmen wir an, der Initiator hat zum Beispiel 2 Millionen Euro über LV-Verträge angekauft.

Nun suchen Sie sich einen Kunden für die Wohnung, inserieren dafür in der Zeitung usw. Sagen wir mal die Kosten belaufen sich auf 2.000 Euro. Insgesamt somit 65.000 Euro. Anbieten werden Sie die Wohnung für 120.000. Jetzt müssen Sie aber neben dem Kunden noch eine Bank finden, die genau den Kaufpreis plus ggf. Erwerbsnebenkosten finanziert für den Kunden. Glauben Sie nicht, dass die Banken auf „der Brennsuppe“ dahergeschwommen sind und nicht wissen, was die Wohnung gekostet hat. Hier haben Sie mit absoluter Sicherheit die erste Hürde. Nun unterstellen wir aber, auch diese Hürde nehmen Sie. Sie sind ja sportlich!

Nun verkaufen Sie die Wohnung für 120.000 Euro. Dafür zahlen Sie aber dann sicherlich nochmals eine Vertriebsprovision an den Mitarbeiter (nix ist kostenlos im Leben, höchstens umsonst). Sagen wir mal vorsichtig gerechnet 7%. Heisst, im konkreten Fall bleiben Ihnen dann ca. 57.000 Euro als Ertrag. Prima, sagen Sie! Haben Sie recht, sage ich! Nur, bitte erinnern Sie sich daran: Sie haben 2 Millionen eingenommen, müssten also, wenn Sie heute aufhören, Verträge anzukaufen, mindestens 40 Schnäppchen,Schnäppchen,Schnäppchen,Schnäppchen,Schnäppchen,Schnäppchen…….kaufen. Das, verehrter Leser, sage ich Ihnen als alter „Immobilienhase“, ist völlig realitätsfremd. Wenn dem so wäre, sind Sie nicht wie ich der Meinung, dass dies dann jeder machen würde?

Man muss sich aber auch die Frage stellen: Wenn das so einfach ist und so schnell gehen kann, warum wartet der Kunden dann 7 Jahre auf seine Rückzahlung? Der Kunde hat doch dann 7 Jahre das alleinige Risiko.

Wenn Ihr LV-Aufkäufer Ihnen dieses Konzept als sein Konzept verkauft, dann fragen Sie ihn mal, wieviel Geld er eingenommen hat und wieviele Wohnungen er im Bestand hat bzw. genau auf diesem Weg schon n a c h w e i s l i c h verkauft hat. Das kann doch ein Wirtschaftsprüfer schriftlich bestätigen, oder meinen Sie nicht?

Bei allem, was sich gut anhört, müssen Sie als Berater und als Kunde immer kritisch bleiben. Die „eierlegende Wollmilchsau“ gibt es nicht.

In diesem Sinne: Bleiben Sie stark, egal ob als Kunde oder Berater!

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