Nix mit Allmacht: VW verschiebt Übernahme von MAN

Die für heute geplante Kontrollübernahme des MAN-Aufsichtsrates ist geplatzt.

Frostige Stimmung bei der MAN-Hauptversammlung: Viele Kleinaktionäre der MAN-AG sind deutlich verstimmt gegenüber dem Großaktionär Volkswagen, der mit einem absichtlich niedrig angesetzten Übernahmeangebot von 95 Euro die Zügel bei MAN an sich reißen will. Viele Aktionäre wollen erst verkaufen, wenn ein höherer Preis geboten wird. Vorerst wird hier auch noch Raum bleiben, denn VW-Konzern-Vorstand Ferdinand Piech sagte die für heute geplante Übernahme ab.

Er reagiert damit auf Druck der EU, die aufgrund kartellrechtlicher Überlegungen Zweifel an der Kandidatur von VW-Chef Winterkorn, VW-Finanzvorstand Pötsch und Nutzfahrzeugvorstand Heizmann hat laut werden lassen. Alle drei sind im Aufsichtrat der VW-Tochter Scania, die VW zusammen mit MAN zu einem Lastwagen-Riesen machen will. Infolge der Bedenken sollen nun drei neue Kandidaten gestellt werden.

Seit Ende Mai sind die Übernahmepläne von VW für MAN bekannt, vielen Aktionären missfällt allerdings die Nägel-mit-Köpfen-Mentalität von VW, noch bevor die Aktien überhaupt gekauft wurden.

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